Für Stadtfahrten und kürzere Pendelstrecken im Umland bietet das kurzlebige Einstiegsmodell EQS 350 als Gebrauchtwagen ein angenehm leises Vorankommen – allerdings ist er auf dem Markt nur selten zu finden.
Im gemischten Fahrbetrieb und auf langen Autobahnetappen markiert der heckgetriebene EQS 450+ die ideale Wahl innerhalb der Baureihe. Unabhängige Tests loben seine harmonische Kraftentfaltung und das souveräne Gleiten bei hohem Tempo; zudem erzielt er unter realen Bedingungen die größte Langstreckenreichweite aller Varianten.
Wer regelmäßig bei widrigen winterlichen Bedingungen unterwegs ist oder Anhänger ziehen möchte, ist mit dem allradgetriebenen Mercedes-Benz EQS besser bedient. Sowohl der EQS 450 4MATIC als auch der EQS 500 4MATIC überzeugen mit verlässlicher Traktion und zügigen Zwischensprints, ohne den Effizienznachteil der noch stärkeren Topmodelle in Kauf nehmen zu müssen. Wer den EQS als Zugfahrzeug nutzen möchte, sollte gezielt nach Facelift-Modellen Ausschau halten, da Mercedes bei diesen die Anhängelast ab Werk spürbar angehoben hat.
An der Spitze des regulären Modellprogramms sorgt der zweimotorige EQS 580 4MATIC für mühelos schnelles, gelassenes Reisen mit spürbarem Fokus auf den Komfort der Passagiere. Der Mercedes-AMG EQS 53 4MATIC+ wiederum begeistert mit fulminantem Antritt aus dem Stand, büßt auf kurvigen Landstraßen angesichts seiner enormen Masse jedoch an Agilität ein.
Reichweite und Laden im Alltag
Sowohl Besitzer als auch Autotester schätzen den elektrischen Mercedes-Benz EQS als erstklassigen Reisewagen, wobei die einmotorigen Hecktriebler auf freier Strecke die größten Distanzen zurücklegen. Zwar sinkt die Autobahnreichweite bei frostigen Temperaturen merklich, doch das Thermomanagement und die Vorkonditionierung über die integrierte Navigation fangen diesen Effekt verlässlich auf. Das Schnellladen auf Langstrecken funktioniert am besten, wenn Ladestopps fest in die Routenführung eingeplant werden, damit die Hochvoltbatterie rechtzeitig vor der Ankunft ihre optimale Temperatur erreicht. Während frühe Modelljahre an älteren Ladesäulen vereinzelt unter Verbindungsabbrüchen litten, sorgen spätere Software-Updates für konstant zügige und berechenbare Ladekurven.