Test Mercedes-Benz Vito Tourer: Was sagen Besitzer und Experten wirklich?
Mercedes-Benz Vito Tourer im Test: Echte Erfahrungen von Besitzern, typische Schwachstellen, Praxistauglichkeit der Sitze, Unterhaltskosten und unser Expertenfazit.
25. Oktober 2026
Einleitung
Der Mercedes-Benz Vito Tourer tritt im Segment der mittelgroßen Personentransporter als robuste Alternative zu den luxuriösen Großraumlimousinen der Marke an. Konzipiert für Shuttle-Dienste, Taxiunternehmen und Großfamilien mit hohem Sitzplatzbedarf, schlägt er gekonnt die Brücke zwischen klassischer Personenbeförderung und praktischem Nutzwert. Dieser Testbericht widmet sich der dritten Generation, die im Juli 2014 ihre Weltpremiere feierte, ab Oktober 2014 an europäische Kunden ausgeliefert wurde und mit Stand Oktober 2026 in Europa nach wie vor in Serie vom Band läuft.
Im Laufe seiner Bauzeit erhielt das Modell zwei Modellpflegen. Die erste Überarbeitung wurde im März 2020 vorgestellt und kam im Sommer 2020 auf den Markt; mit ihr zog auch eine rein elektrische Variante ins Programm ein. Ein zweites Facelift folgte im Juli 2023. Nach dem europaweiten Bestellstart im Januar 2024 rollten im März 2024 die ersten Fahrzeuge zu den Kunden – nun mit neu gestalteter Frontpartie, modernisierten Fahrerassistenzsystemen und serienmäßigen digitalen Anzeigen.
Der Mercedes-Benz Vito der dritten Generation wird in drei Karosserielängen angeboten – Kompakt, Lang und Extralang. Mit Sitzkonfigurationen für zwei bis neun Personen bietet er sowohl Privatkäufern als auch gewerblichen Flottenbetreibern vielseitige Wahlmöglichkeiten.
Erfahrungen der Besitzer: häufige Mängel und Rückrufe
Erfahrungsberichte aus der Praxis zur dritten Generation des Mercedes-Benz Vito Tourer zeigen: Die solide Basis des Kleinbusses überzeugt zwar im Alltag, doch im anspruchsvollen Gewerbe- und Shuttlebetrieb mit hohen Laufleistungen treten einige typische Schwachstellen zutage. Vor allem die Abgasnachbehandlung der Euro-6-Dieselmodelle verlangt regelmäßig Aufmerksamkeit. Defekte NOx-Sensoren und zugesetzte AdBlue-Dosierventile lösen häufig Warnmeldungen sowie Countdown-Zähler im Kombiinstrument aus, was eine Kalibrierung per Diagnose oder den Austausch einzelner Komponenten erfordert.
Auch die Karosserieanbauteile bereiten mitunter Probleme. Sowohl die manuellen als auch die optionalen elektrischen Schiebetüren können mit der Zeit mechanische und elektrische Defekte entwickeln. Halter berichten ebenso wie Fachtester von oxidierten oder verschmutzten Federkontaktleisten an den Türsäulen sowie von ausfallenden Stellmotoren der Türschlösser. Die Folge sind unberechtigte Warnmeldungen über offene Türen im Display oder eine Zentralverriegelung, die beim Abschließen sofort wieder aufspringt. Zudem beobachten Prüfer angesichts des hohen Fahrzeuggewichts und der hohen Achslasten im Personenverkehr einen vorzeitigen Verschleiß der unteren Querlenkerbuchsen und Traggelenke an der Vorderachse zwischen 80.000 und 130.000 km, was sich durch Poltergeräusche auf schlechten Straßen bemerkbar macht.
Im Laufe der Bauzeit gab es zudem mehrere bedeutende europäische Sicherheitsrückrufe:
Bestätigte europäische Sicherheitsrückrufe
Datum der Bekanntgabe
Betroffener Produktionszeitraum
Umfang & betroffene Modelle
Fehlerbeschreibung & Abhilfe
Februar 2025
10. November 2023 – 13. März 2024
Weltweit
Die Befestigung der Lenksäulen-Höhenverstellung ist möglicherweise unzureichend, wodurch sie bei einem Frontalaufprall nachgeben und das Verletzungsrisiko erhöhen kann. Werkstätten tauschen das Mantelrohr der Lenksäule kostenlos aus.
Februar 2023
18. Juni 2020 – 14. Dezember 2022
Weltweit (Dieselmodelle)
Die Entwässerungsleitung des Kraftstofffilters kann an der Unterbodenverkleidung scheuern, was zu Dieselleckagen und Brandgefahr führen kann. Vertragshändler prüfen die Leitungsführung, montieren einen modifizierten Abstandshalter und ersetzen beschädigte Leitungen.
April 2022
16. Januar 2019 – 13. November 2021
Weltweit (Vierzylinder-Dieselmodelle)
Durch eine Undichtigkeit an der regelbaren Kühlmittelpumpe kann Kühlmittel in das elektrische Umschaltventil gelangen. Dies birgt Brandgefahr durch elektrochemische Reaktionen oder kann zum Ausfall der Bremskraftunterstützung führen. Werkstätten spielen ein Software-Update auf, tauschen das Ventil aus und prüfen den Unterdruckkreis.
November 2019
18. August 2014 – 15. Januar 2016
Weltweit
Korrosion kann dazu führen, dass die ursprünglichen Aluminium-Befestigungsschrauben des Lenkgetriebegehäuses brechen, was einen plötzlichen Ausfall der Servolenkung zur Folge hat. Werkstätten ersetzen die Aluminiumschrauben durch beschichtete Stahlschrauben oder tauschen beschädigte Lenkgetriebe komplett aus.
Ab Mai 2018
September 2014 – Mai 2018
Europaweit (Euro-6-Dieselmodelle)
Behördlich angeordneter Rückruf zur Anpassung der Software für SCR-Dosierung und Thermomanagement. Vertragswerkstätten spielen eine aktualisierte Motorsteuerungssoftware auf und ersetzen bei Bedarf verschmutzte Sensoren.
Auch das elektronische Zündschloss verdient einen genauen Blick. Besitzer berichten von sporadischen Startproblemen oder Schlüsseln, die vom Zündschloss nicht erkannt werden, sodass die elektrische Lenkradverriegelung nicht entriegelt. Ebenso unverzichtbar ist der Nachweis regelmäßiger Wartungen: Wurde das Getriebeöl des Automatikgetriebes nicht rechtzeitig gewechselt, schaltet der Vito bei niedrigem Tempo oft träge, besonders beim Wechsel vom ersten in den zweiten Gang. Ein unabhängiger Prüfdienst wie CarAudit hilft Ihnen dabei, den lückenlosen Wartungsnachweis eines Gebrauchtwagens vor dem Kauf zuverlässig abzusichern.
🔍 Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Offizielle Rückrufe anhand der FIN prüfen: Lassen Sie sich von einem Vertragspartner bestätigen, dass wichtige Sicherheitsaktionen – etwa zur Befestigung des Lenksäulenmantelrohrs, zum Umschaltventil der Kühlmittelpumpe sowie die Software-Updates für die Diesel-Abgasreinigung – vollständig durchgeführt wurden.
Schiebetüren ausgiebig testen: Öffnen und schließen Sie jede Schiebetür mehrfach – sowohl über die Außen- und Innengriffe als auch per Funkschlüssel. Achten Sie auf sauberes Verriegeln und stellen Sie sicher, dass keine fehlerhaften Warnmeldungen über offene Türen im Cockpit aufleuchten.
Zündschloss kontrollieren: Stecken Sie alle vorhandenen Schlüssel im kalten Zustand mehrmals ins Zündschloss, um zu prüfen, ob sie sofort erkannt werden und die elektronische Lenkradverriegelung ohne Verzögerung freigegeben wird.
Automatikgetriebe im Kaltlauf erproben: Achten Sie bei der Probefahrt mit kaltem Motor darauf, dass das Automatikgetriebe ohne Verzögerungen, Ruckeln oder harte Übergänge zwischen dem ersten und zweiten Gang schaltet.
Abgasnachbehandlung auslesen: Vergewissern Sie sich, dass im Kombiinstrument keine Warnleuchten der Motorsteuerung oder AdBlue-Countdown-Hinweise leuchten, und prüfen Sie per Diagnose, ob der Dieselpartikelfilter regelmäßig und fehlerfrei regeneriert wurde.
Motoren: welcher passt
Über den gesamten Produktionszeitraum hinweg umfasst das Pkw-Angebot der dritten Generation des Mercedes-Benz Vito frontgetriebene Einstiegsdiesel, Turbodiesel mit Heck- und Allradantrieb, einen Mild-Hybrid-Benziner sowie eine rein batterieelektrische Ausführung. Bei den Kraftübertragungen stehen manuelle Schaltgetriebe und Wandlerautomatiken zur Wahl, die im Zuge der Modellpflegen kontinuierlich weiterentwickelt wurden.
Motor
Kraftstoff
Leistung
Antrieb
Getriebe
Baujahre
109 CDI
Diesel
65 kW (88 PS)
Frontantrieb
6-Gang-Schaltgetriebe
2014–2018
111 CDI
Diesel
84 kW (114 PS)
Frontantrieb
6-Gang-Schaltgetriebe
2014–2018
110 CDI
Diesel
75 kW (102 PS)
Frontantrieb
6-Gang-Schaltgetriebe
2019–2021
114 CDI
Diesel
100 kW (136 PS)
Heckantrieb / Allradantrieb
6-Gang-Schaltgetriebe / 7-Stufen-Automatik
2014–2019
114 CDI
Diesel
100 kW (136 PS)
Heckantrieb / Allradantrieb
6-Gang-Schaltgetriebe / 9-Stufen-Automatik
2019–heute
116 CDI
Diesel
120 kW (163 PS)
Heckantrieb / Allradantrieb
6-Gang-Schaltgetriebe / 7-Stufen-Automatik
2014–2019
116 CDI
Diesel
120 kW (163 PS)
Heckantrieb / Allradantrieb
6-Gang-Schaltgetriebe / 9-Stufen-Automatik
2019–heute
119 CDI
Diesel
140 kW (190 PS)
Heckantrieb / Allradantrieb
7-Stufen-Automatik
2014–2019
119 CDI
Diesel
140 kW (190 PS)
Heckantrieb / Allradantrieb
9-Stufen-Automatik
2019–heute
124 CDI
Diesel
176 kW (239 PS)
Heckantrieb / Allradantrieb
9-Stufen-Automatik
2020–2021
124 CDI
Diesel
174 kW (237 PS)
Heckantrieb / Allradantrieb
9-Stufen-Automatik
2021–heute
124
Benzin
170 kW (231 PS)
Heckantrieb
9-Stufen-Automatik
2024–heute
eVito Tourer (60 kWh)
Elektro
150 kW (204 PS)
Frontantrieb
1-Gang-Automatik
2024–heute
eVito Tourer (90 kWh)
Elektro
150 kW (204 PS)
Frontantrieb
1-Gang-Automatik
2020–heute
Welcher Motor ist die beste Wahl?
Für städtische Shuttle-Dienste und den regionalen Taxibetrieb in Umweltzonen bietet der elektrische Mercedes-Benz Vito Tourer ein leises, vibrationsfreies Fahrerlebnis bei niedrigen Geschwindigkeiten, wenngleich seine Reichweite bei konstantem Autobahntempo spürbar schrumpft. Der Mild-Hybrid-Benziner 124 eignet sich vor allem für Kurzstreckenprofile mit Diesel-Einfahrbeschränkungen. Im Stadtverkehr spricht er spontan aufs Gas an, verbraucht unter hoher Last jedoch spürbar mehr Kraftstoff. Frühe Frontantriebs-Diesel wie der 109 CDI, 111 CDI und 110 CDI bieten sich als günstige Gebrauchtwagen für flache urbane Strecken an, wirken voll besetzt jedoch träge und verlangen nach häufiger Schaltarbeit.
Für den gemischten Alltagseinsatz erweist sich der 116 CDI als ausgewogenster Allrounder der Baureihe. Ob mit der früheren Siebengang- oder der späteren Neungang-Automatik: Er stellt stets genügend Durchzugskraft für den Personentransport bereit, ohne hoch ausgedreht werden zu müssen. Der heckgetriebene Einstiegsdiesel 114 CDI meistert überschaubare Alltagsanforderungen zwar solide, stößt an steilen Steigungen oder voll besetzt aber schnell an seine Leistungsgrenzen.
Auf langen Autobahnetappen, bei voller Besetzung und im Anhängerbetrieb ist der Mercedes-Benz Vito als Diesel in der Variante 119 CDI die ideale Wahl. Er hält Richtgeschwindigkeiten selbst mit schwerer Anhängelast souverän und harmoniert ausgezeichnet mit der Neungang-Automatik. Das Topmodell 124 CDI glänzt zwar mit druckvollem Durchzug beim Überholen, rechtfertigt den deutlichen Preisaufschlag gegenüber dem 119 CDI jedoch nur selten. Wer regelmäßig winterliche Strecken befährt oder nasse Bootsrampen meistert, sollte gezielt nach einem Mercedes-Benz Vito mit Allradantrieb Ausschau halten.
Detaillierte Fahrerberichte zu Sensorproblemen, Verschleiß an den Abgasreinigungsanlagen und typischen mechanischen Wartungsschwerpunkten der einzelnen Antriebsvarianten finden Sie im Abschnitt zu den Besitzererfahrungen.
Platz & Praktikabilität
Der Mercedes-Benz Vito Tourer bietet Platz für zwei bis neun Personen, wobei die Variabilität des Innenraums maßgeblich von der verbauten Sitzkonfiguration abhängt. Die Basisausführungen setzen auf feste Verankerungspunkte im Boden mit herausnehmbaren Sitzbänken. Werden diese demontiert, entsteht eine riesige, ebene Ladefläche; allerdings sind die schweren, massiven Sitzeinheiten von einer einzelnen Person nur mit Mühe zu entriegeln und herauszuheben. Deutlich flexibler präsentieren sich die höheren Ausstattungslinien mit optionalen integrierten Bodenschienen: Hier lassen sich die Bänke bequem längs verschieben oder vis-à-vis anordnen, sodass sich Beinfreiheit in der dritten Reihe und Kofferraumvolumen bedarfsgerecht austarieren lassen. Der Zustieg ganz nach hinten gelingt über einen vorklappbaren Außensitz, dessen Entriegelungsmechanismus jedoch beherztes Zupacken verlangt. Das Platzangebot überzeugt in allen Reihen; höher positionierte Ausstattungen bieten zudem eigene Lüftungsdüsen im Fond, während die steil aufragenden Seitenwände selbst Erwachsenen in Reihe drei reichlich Kopffreiheit garantieren.
Karosserievariante
Länge (mm)
Breite ohne Spiegel (mm)
Höhe (mm)
Radstand (mm)
Kofferraumvolumen hinter 3. Reihe / Sitze ausgebaut (l)
Kompakt (L1)
4.895
1.928
1.910
3.200
580 / 3.600–4.190
Lang (L2)
5.140
1.928
1.909–1.912
3.200
990–999 / 4.630
Extralang (L3)
5.370
1.928
1.910
3.430
1.390–1.700 / 4.100–4.990
Die Fahrzeughöhe variiert je nach Fahrwerk, Allradantrieb und Dachreling geringfügig; das maximale Ladevolumen bezieht sich auf den Zustand mit komplett ausgebauter Fondbestuhlung.
Was die Tests sagen
Auf freier Strecke loben Testberichte die hohe Richtungsstabilität des Mercedes-Benz Vito, zu der das stattliche Gewicht ebenso beiträgt wie der serienmäßige Seitenwind-Assistent. Das Fahrverhalten bleibt stets berechenbar: Die heckgetriebenen Varianten durcheilen Kurven sauber und spurtreu, während die Allradmodelle bei Nässe für zusätzliche Traktionssicherheit sorgen. Beim Federungskomfort bei niedrigem Tempo scheiden sich jedoch die Geister: Während manche Tester dem schraubengefederten Fahrwerk auf Langstrecken eine ordentliche Absorption sanfter Bodenwellen bescheinigen, kritisieren andere ein straffes, hölzernes Ansprechen auf schlechtem Stadtasphalt, wo tiefe Schlaglöcher und Querfugen spürbare Erschütterungen in den hohen Aufbau leiten.
Die Laufkultur des Antriebs verleugnet ihre Nutzfahrzeug-Wurzeln nicht. Der Vierzylinder-Turbodiesel im Mercedes-Benz Vito Diesel überzeugt im Drehzahlkeller mit kräftigem Durchzug, lässt unter stärkerer Beschleunigung aber ein deutlich vernehmbares Nageln hören. Die Automatikgetriebe halten die Motordrehzahl bei Autobahntempo angenehm niedrig, allerdings neigen die Abrollgeräusche der Reifen dazu, an den weitläufigen Innenwänden der Karosserie widerzuhallen.
Im Innenraum steht robuste Nutzfahrzeug-Zweckmäßigkeit klar vor Pkw-haftem Komfort. Strapazierfähiges Hartplastik dominiert Armaturentafel sowie Türverkleidungen, doch Tester loben durchweg die solide Verarbeitung, die selbst auf holprigen Straßen frei von Klappergeräuschen bleibt. Mit der Modellpflege 2024 zogen glänzende Akzente und ein serienmäßiger zentraler Touchscreen ein. Diese Neuerungen modernisieren zwar die Optik des Cockpits, doch merkten Tester kritisch an, dass die Verlagerung physischer Tasten in Touchscreen-Untermenüs einfache Einstellungen während der Fahrt verkompliziert.
Preise und Marktangebot
Alle Diagramme in diesem Abschnitt basieren auf Carvago-Inseraten der gesamten Modellfamilie des Mercedes-Benz Vito – einschließlich weiterer im Datensatz enthaltener Baureihen – und beziehen sich nicht allein auf die hier behandelte Generation. Aufgrund dieser breiteren Erfassung lässt sich aus den Daten kein isoliertes Preisniveau für eine einzelne Modellgeneration ableiten. Über die inserierten Modelljahre hinweg liegt der Median der Angebotspreise bei 24.900 € für Exemplare aus dem Jahr 2020 und reicht bis zu 55.900 € bei Fahrzeugen von 2026. Die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt spiegeln dabei die Vorliebe der Käufer für längere Karosserievarianten, flexible Sitzschienensysteme und stärkere Dieselmotoren in Verbindung mit Automatikgetriebe wider.
Die Zahl der aktiven Inserate für den Mercedes-Benz Vito Tourer stieg von 9.803 im April 2026 auf einen Höchststand von 10.713 im Juni 2026. Die nachstehende Grafik veranschaulicht die Bestandsentwicklung über den sechsmonatigen Zeitraum bis einschließlich September 2026.
Mercedes-Benz Vito Tourer - Verfügbarkeit über Zeit
Anzahl aktiver Inserate im Zeitverlauf
Monat
Mercedes-Benz Vito Tourer
2026-04
9 803
2026-05
9 904
2026-06
10 713
2026-07
10 713
2026-08
10 425
2026-09
10 081
Quelle Carvago
Mit einem Endstand von 10.081 Inseraten im September 2026 stand Kaufinteressenten über den gesamten Zeitraum hinweg durchgehend eine Auswahl von rund zehntausend Fahrzeugen zur Verfügung.
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt liegt der mittlere Angebotspreis für aktuell inserierte Fahrzeuge des Baujahrs 2019 bei 25.900 €, während heute inserierte Modelle des Baujahrs 2026 einen mittleren Angebotspreis von 55.900 € aufweisen. Die nachstehende Grafik veranschaulicht, wie sich diese mittleren Angebotspreise über die einzelnen Modelljahre hinweg im Vergleich darstellen.
Mercedes-Benz Vito Tourer - Medianpreis nach Baujahr
Medianpreis der Inserate nach Baujahr
Baujahr
Mercedes-Benz Vito Tourer
2019
25 900
2020
24 900
2021
28 500
2022
33 300
2023
40 300
2024
44 800
2025
47 900
2026
55 900
Quelle Carvago
Die Werte über die Baujahre hinweg folgen keinem rein aufsteigenden Verlauf: So liegt der mittlere Angebotspreis für aktuell inserierte Fahrzeuge des Baujahrs 2020 bei 24.900 € und fällt damit niedriger aus als der Median-Angebotspreis von 25.900 € für heute inserierte Exemplare des Baujahrs 2019. Wer sich für jüngere Baujahre interessiert, sieht sich einem höheren Preisniveau gegenüber – hier beträgt der mittlere Angebotspreis heute inserierter Fahrzeuge 40.300 € für Modelle von 2023 und 55.900 € für Modelle von 2026.
Diese Wertverlustkurve zeigt, wie der Mercedes-Benz Vito Tourer im Zeitverlauf an Wert verliert: Bereits nach einem Jahr büßt er 23 % seines Restwerts ein, nach drei Jahren sind es 40 %.
Mercedes-Benz Vito Tourer - Wertverlust nach Alter
Restwert nach Fahrzeugalter
Fahrzeugalter
Mercedes-Benz Vito Tourer
Neu
57 600
1 Jahr
44 300
2 Jahre
41 300
3 Jahre
34 500
4 Jahre
30 100
5 Jahre
25 600
6 Jahre
21 600
7 Jahre
21 200
Quelle Carvago
Über den dargestellten Zeitraum von sieben Jahren verliert das Modell 63 % seines anfänglichen Restwerts. Den stärksten prozentualen Rückgang verzeichnet er im ersten Jahr; danach verlangsamt sich der Wertverlust spürbar und flacht zwischen dem sechsten und siebten Jahr nahezu vollständig ab.
In den sechs Monaten von April bis September 2026 dominierte der Diesel das Inserateangebot: Ausgehend von 9.112 Fahrzeugen im April erreichte der Bestand im Juni mit 10.033 Inseraten seinen Höchststand. Die nachfolgende Übersicht zeigt die monatliche Anzahl der aktiven Angebote nach Antriebsart.
Mercedes-Benz Vito Tourer - Angebot nach Kraftstoff
Angebotszusammensetzung nach Kraftstoff
Benzin
Diesel
Elektrisch
CNG
Monat
Benzin
Diesel
Elektrisch
CNG
2026-04
6
9 112
680
3
2026-05
4
9 265
628
4
2026-06
6
10 033
668
3
2026-07
5
9 903
801
1
2026-08
5
9 649
768
2
2026-09
7
9 362
711
1
Quelle Carvago
Im September 2026 umfasste der Markt 9.362 Diesel-Inserate und 711 Elektromodelle, während auf Benziner lediglich 7 und auf CNG nur ein einziges Angebot entfielen. Kaufinteressenten finden somit ein überaus reichhaltiges Diesel-Angebot und eine solide Zweitauswahl an Elektrovarianten vor, wohingegen andere Antriebsarten am Markt praktisch nicht existent sind.
Zwischen April 2026 und September 2026 lag der durchschnittliche Angebotspreis für den Mercedes-Benz Vito Tourer anfangs bei 35.600 € und erreichte im August 36.400 €, wie die unten aufgeführten Monatszahlen zeigen.
Mercedes-Benz Vito Tourer - Preisentwicklung
Entwicklung des Durchschnittspreises
Monat
Mercedes-Benz Vito Tourer
2026-04
35 600
2026-05
35 800
2026-06
35 900
2026-07
35 900
2026-08
36 400
2026-09
36 300
Quelle Carvago
Über den gesamten Sechsmonatszeitraum bewegte sich der durchschnittliche Angebotspreis von 35.600 € auf 36.300 €. Diese Veränderung von rund zwei Prozent zeigt, dass sich die Fahrzeugwerte kaum verändert haben.
Vor- und Nachteile
Mercedes-Benz Vito Tourer
Vorteile
Souveräner Geradeauslauf auf Langstrecken dank serienmäßigem Seitenwind-Assistenten
Solide verarbeiteter Innenraum, der auch auf schlechten Straßen weitgehend klapperfrei bleibt
Flexible Sitzkonfigurationen mit Platz für bis zu neun Personen
Nachteile
Sehr schwere Sitzbänke im Fond, deren Ausbau viel Kraft erfordert
Straffes, unruhiges Federungsverhalten auf schlechtem Stadtasphalt und über Schlaglöchern
Wiederkehrende Defekte an den Sensoren der Abgasnachbehandlung und der Schiebetürelektronik
Häufig gestellte Fragen
Welcher Motor ist der beste Allrounder im gebrauchten Vito Tourer?
Der 116 CDI bietet im gemischten Alltag die ausgewogenste Kombination aus Fahrleistungen und Effizienz. Wer jedoch regelmäßig voll besetzt unterwegs ist oder schwere Anhänger zieht, greift besser zum kräftigeren 119 CDI Mercedes-Benz Vito Diesel.
Auf welche typischen Schwachstellen sollte man vor dem Kauf achten?
Prüfen Sie bei den Schiebetüren, ob die Schlösser klemmen und die Kontaktstifte verschlissen sind, und achten Sie auf aktive Warnmeldungen der Abgasnachbehandlung. Zudem sollten Sie bei einem Vertragshändler stets anhand der Fahrgestellnummer prüfen lassen, ob alle Sicherheitsaktionen am Mercedes-Benz Vito durchgeführt wurden.
Wie flexibel ist die Bestuhlung im Fond?
Modelle mit integrierten Bodenschienen ermöglichen es, die hinteren Sitzbänke zu verschieben oder vis-à-vis anzuordnen, während die serienmäßigen festen Bodenverankerungen keinerlei Verstellmöglichkeiten bieten. Das Entriegeln und komplette Ausbauen der schweren Sitzbänke erfordert allerdings erheblichen Kraftaufwand.
Bietet der Vito Tourer auf schlechten Straßen genügend Fahrkomfort?
Bei Autobahntempo liegt das Fahrwerk spurstabil auf der Straße, auf schadhaftem innerstädtischem Asphalt kann die Federung allerdings straff und stuckig wirken.