Auf dem Gebrauchtwagenmarkt zeigt der Renault Trafic SpaceClass zwei Gesichter: Einer robusten, aus dem Nutzfahrzeugbereich stammenden Basis steht eine mitunter empfindliche Peripherie gegenüber. Beim Renault Trafic SpaceClass mit Dieselmotor und dem 2.0 Blue dCi weisen Werkstattberichte und Prüfprotokolle regelmäßig auf Probleme bei der Abgasnachbehandlung hin. Besitzer sehen sich häufig mit aufleuchtenden Abgas-Warnmeldungen und dem gefürchteten Restkilometer-Countdown bis zur Startsperre konfrontiert. Hauptursachen sind auskristallisiertes AdBlue an der Dosierdüse des SCR-Katalysators sowie gealterte Keramiksonden der NOx-Sensoren im Abgastrakt. Eine Ultraschallreinigung oder der Austausch des Injektors samt Reset der Adaptionswerte schafft oft Abhilfe; bei hartnäckigen Fehlern müssen jedoch die Sensorsonden vor oder nach dem Katalysator ersetzt werden.
Auch das Getriebe verlangt beim Kauf erhöhte Aufmerksamkeit. Beim Renault Trafic SpaceClass mit Automatik, der mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe EDC ausgerüstet ist, berichten Tester von Ruckeln beim Anfahren an Steigungen sowie von gelegentlichen Verzögerungen oder ruppigen Schaltvorgängen zwischen dem ersten und zweiten Gang im Stop-and-Go-Verkehr. Da das Nasskupplungspaket mikroskopischen Abrieb an das gemeinsame Hydrauliköl abgibt, können verschleppte Ölwechsel dazu führen, dass die hydraulischen Steuerventile der Mechatronik klemmen. In der Werkstattpraxis lässt sich leichtes Ruckeln bei niedrigen Geschwindigkeiten meist durch einen Wechsel des Getriebeöls samt beiden Filtern und ein anschließendes elektronisches Anlernen der Kupplung beheben; bei starkem Verschleiß bleibt jedoch nur der mechanische Austausch der Kupplungseinheit. Zudem belasten die schweren manuellen Schiebetüren die unteren Führungsrollen erheblich. Werden sie auf unebenem Untergrund wiederholt mit Schwung zugeworfen, verziehen sich die Schließmechanismen, was zu störendem Klappern führt.
Im Fahrgastraum bereitet das modulare Schienensystem im Boden mitunter Verdruss. Bei Ausstattungen mit Bodenschienen, drehbaren Einzelsitzen in der zweiten Reihe und ausklappbarem Tisch sammeln sich in den offenen Schienenführungen schnell Schmutz, Steinchen und Krümel an. Diese Fremdkörper blockieren die Verriegelungsbolzen unter den Sitzsockeln, sodass sich die Sitze weder verschieben noch sicher arretieren lassen. Zudem berichten Besitzer, dass sich die internen Seilzüge zwischen den Entriegelungshebeln und den Sperrklinken längen oder aushängen können, wenn die schweren Einzelsitze mit zu viel Kraftaufwand gekippt oder ausgebaut werden. Gründliches Aussaugen und Trockenschmiermittel in den Schienen lösen die meisten Blockaden; gerissene Seilzüge erfordern dagegen die Demontage des Sitzuntergestells.
In den amtlichen Registern sind für die Pkw-Modelle dieser Generation mehrere europaweite Sicherheitsrückrufe verzeichnet. Im Juni 2025 wurde in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich ein Rückruf für Fahrzeuge herausgegeben, die zwischen dem 24. März 2025 und dem 4. April 2025 gebaut wurden. Der Grund: „Aufgrund einer Verunreinigung der Airbagabdeckung während des Herstellungsprozesses kann sich beim Auslösen des Airbags ein Teil der Fahrerairbagabdeckung lösen. Dieses Teil kann weggeschleudert werden, von der Windschutzscheibe abprallen und den Fahrer oder Beifahrer treffen, was das Verletzungsrisiko erhöht.“ Vertragswerkstätten überprüfen das Fahrerairbag-Modul und tauschen es aus.
Frühere Aktionen betrafen Rückhaltesysteme über größere Produktionszeiträume:
- Aufprallsensoren und Halterungen (Bekanntgabe Januar 2024): Betraf weltweit Fahrzeuge aus dem Bauzeitraum 22. Februar 2021 bis 24. November 2023, bei denen „die Kollisionssensoren möglicherweise falsch konfiguriert wurden. Infolgedessen werden die Airbags und Gurtstraffer möglicherweise nicht wie vorgesehen ausgelöst, was das Verletzungsrisiko für die Fahrzeuginsassen erhöht.“ Werkstätten überprüfen Sitz und Verkabelung der Sensoren, rüsten fehlende Halterungen oder Sensoren nach und programmieren das Airbag-Steuergerät neu.
- Gurtwarner in der zweiten Sitzreihe (Bekanntgabe Januar 2022): Galt für europäische Pkw-Modelle des Baujahrs 2021, bei denen eine Funktionseinschränkung der Gurterkennung in der zweiten Reihe den kompletten Austausch aller Sitzpolster der zweiten Sitzreihe erforderlich machte.
- Gurtschlösser in der dritten Sitzreihe (Bekanntgabe Juli 2019): Betraf europäische Modelle, die zwischen dem 30. Mai 2017 und dem 30. Januar 2019 gebaut wurden, da „die Gurtschlösser der Passagiersitze in der dritten Reihe defekt sein können. Infolgedessen werden Insassen oder universelle Kindersitze bei einem Unfall möglicherweise nicht zurückgehalten, was das Verletzungsrisiko erhöht.“ Vertragshändler tauschen die hinteren Gurtschlösser aus.
- Kunststoff-Gurtführungen (Bekanntgabe März 2019): Betraf Fahrzeuge, die vom 28. März 2017 bis zum 16. Oktober 2017 sowie vom 17. Januar 2018 bis zum 20. Juli 2018 gefertigt wurden. Fehljustierte Gurtführungen konnten verkanten und mussten in der Werkstatt neu ausgerichtet oder ersetzt werden.