Erfahrungsberichte europäischer Besitzer und Daten spezialisierter Fachwerkstätten belegen, dass das Mercedes-AMG C 63 Coupé bei gewissenhafter Wartung als mechanisch überaus robust gilt. Die aufwendige Performance-Technik verlangt allerdings nach regelmäßiger, vorbeugender Pflege. Zwar genießt der V8-Biturbo einen ausgezeichneten Ruf in Sachen Standfestigkeit, doch elektronische Anbauteile und das Kühlsystem sorgen in einschlägigen Foren immer wieder für Gesprächsstoff.
Typische mechanische und elektronische Schwachstellen
Offizielle Service-Bulletins und Berichte von Fahrzeughaltern weisen darauf hin, dass das elektronisch geregelte Kühlmittelthermostat in geöffneter Position klemmen oder die vordefinierten Temperaturschwellen nicht einhalten kann. Tritt dieser Defekt auf, leuchtet die Motorkontrollleuchte auf, der Kühlerlüfter schaltet vorsorglich auf maximale Drehzahl und die Motorsteuerung wechselt in ein Notlaufprogramm mit reduzierter Leistung. Zur Behebung muss das komplette Thermostatgehäuse gegen eine überarbeitete Version ausgetauscht und die Dichtungen erneuert werden.
In der leistungsstärkeren S-Variante gehören aktive, magnetorheologische Motorlager zur Serienausstattung. Fahrzeughalter berichten, dass diese dynamischen Lager infolge thermischer Zyklen interne Stromkreisunterbrechungen oder Sensorsignalfehler aufweisen können, was zu einer Warnmeldung im Kombiinstrument führt. Das Fahrzeug bleibt zwar fahrbereit, doch die Lager fallen in ihre härteste mechanische Kennlinie zurück – die Folge sind spürbare Vibrationen im Innenraum im Leerlauf und beim Rangieren mit niedriger Geschwindigkeit. Abhilfe schafft hier nur der Austausch der betroffenen Motorlager-Einheiten.
Fachwerkstätten und Besitzer berichten zudem von Fehlermeldungen über eine außer Funktion gesetzte elektronische Hinterachs-Differenzialsperre bei damit ausgestatteten Fahrzeugen (Serie bei den S-Modellen sowie bei allen Exemplaren nach dem Facelift). Häufig liegen die Ursachen in Problemen mit dem externen Kabelbaum oder einem Defekt des elektrischen Stellmotors am Differenzialgehäuse. Die Warnung kann jedoch auch auf mechanischen Verschleiß der internen Lager und Reiblamellen hinweisen, falls ein Vorbesitzer den vorgeschriebenen Einfahr-Ölwechsel zu Beginn des Fahrzeuglebens versäumt hat. Darüber hinaus erwähnen Testberichte und Halter wiederholt knarzende oder knackende Geräusche des optionalen Panorama-Glasschiebedachs beim Befahren von Rampen oder Unebenheiten unter Karosserietorsion. Dies erfordert meist eine Reinigung, spezielle Schmierung oder das Nachziehen der Führungsschienen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment.
Bekannte Sicherheitsrückrufe
Für die Modellreihe des Mercedes-AMG C 63 wurden auf den europäischen Märkten mehrere offizielle Rückrufaktionen veranlasst. Kaufinteressenten sollten daher sicherstellen, dass alle relevanten Nachbesserungen von einer Vertragswerkstatt ordnungsgemäß dokumentiert wurden.
Vor dem Kauf eines gebrauchten Performance-Fahrzeugs empfiehlt sich eine unabhängige technische Begutachtung durch CarAudit. So lässt sich verlässlich prüfen, ob sämtliche Rückrufaktionen durchgeführt wurden, und der Zustand stark beanspruchter Fahrwerkskomponenten sicherstellen.