Bei Luxuslimousinen mit einem Gewicht von über zwei Tonnen weicht der offizielle Papierverbrauch oft deutlich vom realen Verbrauch ab. Um ein möglichst genaues Bild zu erhalten, haben wir uns Daten von Fahrern aus dem realen Fahrbetrieb angesehen. Wir beziehen die Informationen aus der umfangreichen Nutzerdatenbank des deutschen Portals Spritmonitor.de und aus aufbereiteten Daten für Fahrzeuggenerationen, die aktuell auf dem Markt für junge Gebrauchtwagen präsent sind (etwa 4 Jahre alte Fahrzeuge, also der BMW 7er Generation G11/G12 und der Lexus LS Generation USF50).
Bei der Betrachtung der Trends ist im direkten Vergleich die Dominanz der Dieselmotoren beim bayerischen Automobilhersteller deutlich zu erkennen. Die traditionellen Dreiliter-Sechszylinder-Diesel (730d und 740d) stellen die goldene Mitte mit einem hervorragenden Verbrauch von rund 7 Litern auf 100 km dar. Eine sehr interessante Erkenntnis ist das Diesel-Topmodell 750d, das mit einem einzigartigen System von vier Turboladern ausgestattet ist. Dieser verbraucht trotz enormer Leistung in der Praxis rund 7,3 l/100 km – paradoxerweise kann er in der realen Welt dank der riesigen Leistungsreserve vergleichbar sparsam sein wie die etwas schwächere Version 740d.
Lexus hingegen wählt eine völlig andere Philosophie und setzt ausschließlich auf Benzin und Elektrifizierung. Der Hybridantrieb im Modell LS 500h kann zwar effizient rekuperieren, und der reale Verbrauch von 8,6 l/100 km ist für eine massive Benzinlimousine großartig, auf der Autobahn lässt sich die Physik jedoch nicht überlisten, und er reicht an die reinrassige Sparsamkeit der Diesel-BMWs schlichtweg nicht heran. Die nicht-hybriden Benzinversionen (Turbo-V6 im LS 500 und der leistungsstarke V8 im BMW 750i) fordern dann Werte, die selbstbewusst die Zehn- bis Elf-Liter-Marke angreifen.
Was bedeutet das in der Praxis für einen typischen Besitzer? Für Fahrer, die die meiste Zeit auf Autobahnen verbringen und hunderte Kilometer quer durch Europa abspulen, ist der Diesel-BMW (idealerweise die Basisversion 730d, die jedoch völlig ausreicht) unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit der klare Favorit. Wenn Sie das Fahrzeug jedoch primär im Stadt- und Vorortverkehr nutzen, ergibt der hybride Lexus LS 500h absolut Sinn, da sein durchdachtes System im Stop-and-Go-Verkehr nicht nur den Kraftstoffverbrauch, sondern auch den Verschleiß der Bremsanlage deutlich senken kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kraftstoffverbrauch bei der Wahl zwischen diesen beiden Fahrzeugen oft einer der entscheidenden Faktoren sein wird. Kunden, die auf eine extrem hohe Autobahnreichweite und maximale Effizienz Wert legen, werden natürlich zum Münchner Diesel-Klassiker greifen. Umgekehrt finden Interessenten an einer anspruchsvollen, außergewöhnlich leisen Technologie für entspannteres Reisen oder regelmäßigen Stadtverkehr im japanischen Hybrid den idealen Begleiter.