Sicherheit: Ein Vergleich ohne offizielles Euro NCAP-Urteil
Bei der Bewertung der Sicherheit von Supersportwagen wie dem Audi R8 und dem Maserati MC20 stoßen wir auf einen grundlegenden Unterschied zu herkömmlichen Autos – keines dieser Modelle hat die Euro NCAP-Crashtests durchlaufen. Dies ist bei Kleinserien- und hochspezialisierten Fahrzeugen üblich. Das Fehlen einer Sternebewertung bedeutet jedoch nicht, dass die Hersteller die Sicherheit vernachlässigen. Beide Fahrzeuge setzen auf extrem steife und leichte Karosseriestrukturen und eine spezifische Ausstattung an Sicherheitselementen, ihr Ansatz unterscheidet sich jedoch, insbesondere im Bereich moderner Assistenzsysteme.
Audi R8: Festigkeit an erster Stelle
Der Audi R8 der zweiten Generation (Typ 4S, hergestellt seit 2015) baut seine Sicherheitsphilosophie vor allem auf passiven Elementen auf. Die Basis bildet der hochsteife Audi Space Frame, der Aluminiumprofile mit Teilen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) kombiniert. Diese Konstruktion soll im Falle eines Aufpralls die Insassen durch Energieabsorption maximal schützen. Zur Serienausstattung gehören ein Satz Airbags (Front-, Seiten- und Kopfairbags), eine elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) und ein Reifendruckkontrollsystem. Was in dieser Fahrzeugkategorie jedoch überrascht, ist, dass dem R8 die meisten modernen aktiven Assistenzsysteme fehlen, die heute selbst in weitaus günstigeren Fahrzeugen üblich sind. Systeme wie eine autonome Notbremsung oder ein Spurhalteassistent sucht man hier vergebens. Audi hat sich auf das reine Fahrerlebnis und den passiven Schutz konzentriert.
Maserati MC20: Modernerer Ansatz bei der Assistenz
Der später auf den Markt gebrachte Maserati MC20 verfolgt ein etwas moderneres Sicherheitskonzept, das die Trends der letzten Jahre stärker widerspiegelt. Die Basis bildet ebenfalls ein ultraleichtes und extrem festes Monocoque aus Kohlefaser, das eine erstklassige passive Sicherheit gewährleistet. Im Gegensatz zum R8 bietet der Maserati jedoch auch einige fortschrittliche Assistenzsysteme. Verfügbar sind beispielsweise ein Frontkollisionswarnsystem, ein Totwinkelassistent, ein Querverkehrswarner hinten (Rear Cross Traffic Alert) und Parksensoren, ergänzt durch eine 360-Grad-Kamera. Auch wenn es sich nicht um ein vollwertiges Paket für autonomes Fahren handelt, stellen diese Elemente einen spürbaren Fortschritt dar und können im Alltagsbetrieb kleinere Unfälle verhindern.
Fazit: Welcher ist sicherer?
Aufgrund fehlender Daten aus Crashtests lässt sich nicht objektiv bestimmen, welches Fahrzeug die Insassen bei einem schweren Unfall besser schützt. Beide Modelle setzen auf hochwertige Materialien und Konstruktionslösungen für die Karosserie, die ein hohes Maß an passiver Sicherheit gewährleisten sollten. Der Maserati MC20 hat jedoch durch das Vorhandensein modernerer aktiver Sicherheitsassistenten die Nase vorn. Während der Audi R8 eher einem traditionellen Konzept folgt und auf die Steifigkeit der Konstruktion und grundlegende elektronische Systeme setzt, fügt der MC20 eine weitere Schutzebene in Form von Systemen hinzu, die einen Unfall aktiv verhindern können. Für Fahrer, die moderne Technologien und Assistenzfunktionen schätzen, bietet der Maserati somit ein etwas umfassenderes Sicherheitspaket.