Bei Elektroautos gilt, ähnlich wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, dass die offiziellen Laborwerte für Reichweite und Verbrauch oft deutlich von der täglichen Realität abweichen. Der tatsächliche Stromverbrauch hängt stark von den Außentemperaturen, dem Streckenprofil, der Nutzung von Heizung oder Klimaanlage und vor allem von der Dynamik Ihres rechten Fußes ab. Um ein genaueres Bild davon zu erhalten, mit welchen realen Zahlen Sie auf dem Markt für etwa vier Jahre alte Gebrauchtwagen rechnen können, haben wir den Verbrauch auf Basis von Daten aus dem realen Fahrbetrieb verglichen.
Primäre Quelle für diese Realwerte ist die unabhängige Nutzerplattform Spritmonitor.de, ergänzt um Daten und Erkenntnisse aus Langzeittests von Fachmagazinen. Während der Audi e-tron GT der Baujahre 2021–2024 (Generation FW) einen offiziellen Papierverbrauch von knapp über 20 kWh/100 km aufweist, verlangt er in der realen Welt etwas mehr. Der konkurrierende BMW i5 der Generation G60/G61, der 2023 als modernere Alternative auf den Markt kam, kann aus seiner fortschrittlicheren Elektroantriebs-Architektur eine spürbar bessere Effizienz herausholen.
Beim Blick auf die realen Zahlen wird deutlich, dass der neuere und aerodynamisch ausgefeiltere BMW i5 in der Praxis insgesamt sparsamer ist. Die Basisversion mit Hinterradantrieb, der i5 eDrive40, schafft es im realen Betrieb, unter der Marke von 20 kWh/100 km zu bleiben, was für eine fast fünf Meter lange Business-Limousine ein hervorragendes Ergebnis ist. Die Hinzunahme des Allradantriebs (xDrive) oder die Wahl der brachialen M60-Version erhöht logischerweise den Verbrauch, bleibt aber dennoch im Rahmen einer soliden Effizienz. Im Gegensatz dazu zahlt der ältere, breitere und rein sportlicher geschnittene Audi e-tron GT den Preis für sein höheres Gewicht, die riesigen Reifen und eine Karosserieform, die Anpressdruck vor perfekten Luftstrom stellt. Selbst der Basis-e-tron GT genehmigt sich im Durchschnitt etwa 23,5 kWh auf 100 km, und bei der Top-Variante RS klettert der Verbrauch leicht über 25 kWh/100 km. Dies ist ein klarer Beweis dafür, dass man bei Hochleistungs-Sportelektroautos die Physik von Masse und Rollwiderstand nicht überlisten kann.
Für den Durchschnittsnutzer und Käufer auf dem Gebrauchtwagenmarkt bedeutet dies nur eines: Wenn Sie ein Fahrer sind, der auf lange Autobahnetappen fokussiert ist und auf die gesamte Betriebswirtschaftlichkeit achtet, bietet Ihnen der BMW i5 mit eDrive40-Antrieb spürbar niedrigere Ladekosten und eine größere reale Reichweite. Der Audi e-tron GT hingegen richtet sich an Interessenten, für die Design, ein aggressives Sportfahrwerk und ein emotionales Fahrerlebnis viel wichtiger sind als die eingesparten Kilowattstunden auf der Stromrechnung.
Insgesamt ist der Preis für die verbrauchte Energie bei Premium-Luxusfahrzeugen zwar meist nicht der wichtigste Entscheidungsfaktor, dennoch spielt die Effizienz eine enorme Rolle. Der Unterschied im Realverbrauch, der nicht selten 4 bis 5 kWh pro 100 km zugunsten des BMW i5 beträgt, schlägt sich nämlich in einer absolut entscheidenden Sache nieder – in der Häufigkeit und Dauer Ihrer Stopps an Schnellladestationen. Und genau dieser Zeitvorteil kann für viele vielbeschäftigte Fahrer das finale Zünglein an der Waage sein.