Der auf dem Papier angegebene Kraftstoffverbrauch nach Laborwerten und Normen verspricht zwar gerne Sparwunder, die tägliche Fahrrealität sieht jedoch oft etwas anders aus. Besonders bei Sportwagen, bei denen schon ihr Charakter dazu verleitet, das Pedal durchzutreten, steigen die Literzahlen sehr schnell an. Wenn wir uns jedoch die realen Daten der Nutzer auf unabhängigen Plattformen wie dem europäischen Portal Spritmonitor.de ansehen, stellen wir fest, dass Leichtbau wahre Wunder bewirken kann und die Unterschiede zu den Tabellenwerten nicht allzu drastisch sind. Zum Vergleich haben wir bewusst Motorisierungen beider Generationen im Alter von etwa vier Jahren ausgewählt, die derzeit im Fokus der meisten Interessenten für gepflegte Gebrauchtwagen stehen.
Aus den Messdaten geht der enorme Vorteil beider Leichtbaukonzepte klar hervor. Obwohl logischerweise keiner der Hersteller schwere Dieselmotorisierungen für diese agilen Sportwagen anbietet, beweisen die Benzin-Vierzylinder mit ihren Zahlen, dass Diesel hier wirtschaftlich absolut keinen Sinn ergeben würde. Die Saugmotoren von Mazda halten das Versprechen der Effizienz vollumfänglich ein – der kleinere 1,5-Liter-Motor stellt mit einem realen Durchschnitt von 6,3 l/100 km sogar die absolute Benchmark für sparsames sportliches Fahren dar. Der größere japanische Zweiliter genehmigt sich zwar knapp einen Liter mehr, sein dynamisches Potenzial und das kräftigere Drehmoment sind es jedoch definitiv wert.
Eine vielleicht noch größere und, man muss hinzufügen, sehr angenehme Überraschung ist das Ergebnis des 1.8 TCe Turbomotors, der in der Mitte der Alpine A110 schlummert. Obwohl der Motor per Turbolader aufgeladen wird und massive 252 PS (in den Versionen S und GT sogar bis zu 300 PS) an die Hinterräder schickt, liegt der langfristige Durchschnittsverbrauch im normalen Fahrbetrieb bei sympathischen siebeneinhalb Litern. In der Praxis bestätigt sich damit, dass konsequente Gewichtsreduzierung (die bei der Alpine knapp über 1100 kg liegt) wesentlich besser zur Zügelung des Durstes beiträgt, als sich darauf zu verlassen, dass ein kleiner Turbo automatisch auch in einem Zwei-Tonnen-Auto Kraftstoff spart.
Was bedeutet das für den normalen Fahrer oder Gebrauchtwagenkäufer?
- Wenn Sie Ihr Fahrzeug als „Daily Driver“ nutzen und damit gerne durch die Stadt sowie beim täglichen Pendeln zur Arbeit gleiten, ist der schwächere Mazda mit Saugmotor eine sichere Wahl, die Ihr monatliches Budget nicht dramatisch belastet.
- Der größere 2.0 Skyactiv-G stellt den idealen Mittelweg für diejenigen dar, die mehr Leistung für gelegentliche Reisen suchen, sich aber um den Verbrauch weiterhin nur am Rande kümmern möchten.
- Im Gegensatz dazu kaufen die meisten Enthusiasten die Alpine A110 als reinrassiges Wochenend-Tool für Alpenpässe oder Rennstrecken, wo der Verbrauch schnell in die Höhe schießt. Bei entspannten, langen Autobahnetappen auf dem Weg zum Fahrspaß wird sie Sie jedoch definitiv nicht ruinieren.
Abschließend lässt sich ein klares Resümee ziehen: Der Kraftstoffverbrauch sollte in diesem spezifischen Vergleich keine Hauptrolle bei Ihrer endgültigen Entscheidung spielen. Rein mathematisch geht natürlich der Mazda MX-5 als sparsamerer Sieger hervor, aber die Charaktere dieser Autos sind so unterschiedlich, dass vor allem der Anschaffungspreis und die Vorliebe für eine bestimmte Technik (Saugmotor mit Schaltgetriebe vs. Turbo mit blitzschnellem Doppelkupplungsgetriebe) den Ausschlag geben werden. Beide Hersteller liefern Enthusiasten jedenfalls den großartigen Beweis dafür, dass man für enormen Fahrspaß keinen Kraftstoff in Hektolitern verbrauchen muss.