Die Wahl des richtigen Antriebs ist entscheidend für die langfristige Zufriedenheit mit dem Fahrzeug. Daher basieren unsere Empfehlungen auf realen Erfahrungen mit der Leistung, dem tatsächlichen Verbrauch, dem Feedback der Besitzer sowie der mechanischen und elektrischen Zuverlässigkeit.
Beide Autos gehen das Thema Elektroantrieb etwas unterschiedlich an, was weitgehend auf ihren Entstehungszeitpunkt und den Technologiezyklus zurückzuführen ist. Während der Nissan Leaf der zweiten Generation (Generation ZE1) als historischer Pionier der Elektromobilität gilt und auf dem Gebrauchtwagenmarkt ein jahrelang bewährtes, wenn auch technologisch älteres Konzept mit passiver Batteriekühlung bietet, ist der Peugeot e-308 ein moderner Vertreter der 3. Generation des beliebten Hatchbacks. Bei vierjährigen Fahrzeugen finden Sie beim Nissan eine sehr große Auswahl, während der e-308 als Fahrzeug, das seit 2023 produziert wird, das jüngere und teurere Ende des Gebrauchtwagenspektrums repräsentiert. Der Peugeot profitiert von einer außerordentlich effizienten Plattform mit neuer Batteriechemie und serienmäßigem CCS-Schnellladen, während der Leaf mit einer massiven Datenbasis zur langfristigen Zuverlässigkeit aus dem realen Betrieb punktet.
Für den Nissan Leaf empfehlen wir: 62 kWh e+ (160 kW)
Im Angebot der rund vierjährigen Gebrauchten (diese Generation wurde vor allem in den Jahren 2018–2024 produziert) ist die Version mit der größeren 62-kWh-Batterie mit der Bezeichnung e+ der klare Favorit und macht deutlich mehr Sinn als die Basisvariante mit 40 kWh. Gegenüber der schwächeren Version bietet sie nicht nur eine wesentlich höhere Leistung von 160 kW (217 PS), sondern vor allem eine viel besser nutzbare reale Reichweite, die zuverlässig über 350 km liegt. Die Leistungskurve des Elektromotors bietet auch jenseits der Autobahnlimits soliden Durchzug, und das Auto ist überraschend dynamisch.
Die größte technische Schwäche des Leaf bleibt jedoch das Fehlen einer aktiven Flüssigkeitskühlung der Batterie (sogenanntes „Rapidgate“). Das bedeutet in der Praxis: Wenn Sie das Fahrzeug auf einer langen Reise mehrmals hintereinander an einen Schnelllader anschließen, drosselt die Software zum Schutz vor Überhitzung die Ladeleistung erheblich. Zudem muss mit dem zurückgehenden japanischen Schnellladestandard CHAdeMO gerechnet werden. Achten Sie daher bei der Besichtigung eines Gebrauchtwagens unbedingt auf das Batterieprotokoll (SOH – State of Health). Dieser lässt sich beim Leaf einfach mittels eines OBD-Moduls und der App LeafSpy auslesen. Dies hilft Ihnen, eine eventuelle übermäßige Degradation durch den Vorbesitzer aufzudecken.
Diese Motorisierung ist absolut ideal für Fahrer, die eine Lademöglichkeit zu Hause haben und das Fahrzeug primär für das Pendeln im Umland oder tägliche Strecken bis zu 200 Kilometern nutzen. In diesem Modus kommen die fantastische mechanische und elektrische Zuverlässigkeit dieses Modells, sein hervorragender Komfort und die minimalen Servicekosten voll zur Geltung.
Für den Peugeot e-308 empfehlen wir: Elektromotor 156 (115 kW) mit 54-kWh-Batterie
Der Peugeot e-308 kommt mit der neuesten Evolution des Elektroantriebs aus dem Stellantis-Konzern auf den Markt (in Produktion seit 2023), und die Wahl ist hier eigentlich sehr einfach – es steht ausschließlich ein elektrisches System zur Verfügung, das einen Elektromotor mit 115 kW (156 PS) mit einer modernen 54-kWh-Batterie kombiniert (wovon 51 kWh real nutzbar sind).
Sein absolut größter Vorteil ist die außergewöhnliche Energieeffizienz. Die neue Architektur des Elektromotors (entwickelt in Zusammenarbeit mit der Firma Nidec) und die vierte Generation der Batteriezellen (NMC 811) garantieren, dass sich der Verbrauch im realen Mischbetrieb spielend um die hervorragenden 13 bis 14 kWh/100 km bewegt. Im Gegensatz zum älteren Leaf setzt der Peugeot e-308 bereits voll auf aktives Thermomanagement (Flüssigkeitskühlung der Batterie) und den europäischen Standard-CCS-Anschluss. Das ändert die Spielregeln bei Langstreckenfahrten komplett – die Ladeleistung ist stabil und die Batterie überhitzt nicht.
Da es sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt um relativ junge Autos aus dem Beginn der Produktion der 3. Generation handelt, prüfen Sie im Bordmenü und in der Servicehistorie immer, ob das Fahrzeug die neuesten Software-Updates installiert hat. Frühe Versionen der Software des Batteriemanagementsystems (BMS) und der Bordsysteme konnten in den ersten Produktionsmonaten gelegentliche Fehlermeldungen verursachen, die eben durch Updates behoben werden.
Die Leistung von 156 PS macht ihn nicht gerade zum Asphaltfresser; der Fokus liegt hier eher auf einem sanften und entspannten Fahrverhalten. Dieser Antriebsstrang ist wie geschaffen für pragmatische Fahrer mit ausgeprägtem Stil, die keine extreme Leistung benötigen, sondern ein hochmodernes, unglaublich sparsames Auto schätzen. Dank des hervorragenden Thermomanagements enttäuscht das Fahrzeug zudem auch jene Nutzer nicht, die häufiger Autobahnkilometer abspulen.