Die Fähigkeit, schwere Anhänger zu ziehen, ist bei Fahrzeugen der Kategorie Pick-up oft ein entscheidender Parameter, der über ihre Nutzbarkeit für anspruchsvolle Arbeit sowie aktive Freizeit entscheidet. Beim Blick auf Gebrauchtwagen im Alter von etwa vier Jahren stellen wir fest, dass beide Modelle zur Spitze gehören und die gesetzlichen Grenzwerte voll ausschöpfen, wobei wir jedoch je nach gewählter Generation und Spezifikation kleine Abweichungen zwischen ihnen finden.
Sowohl der Toyota Hilux der Generation AN1P (auf dem Gebrauchtwagenmarkt vertreten durch die Jahrgänge um 2020–2024) als auch der Volkswagen Amarok (hier vergleichen wir die auslaufende 1. Generation bis 2020 und die nachfolgende 2. Generation ab 2023) bieten hervorragende Tabellenwerte. Die standardmäßige gebremste Anhängelast kletterte bei den beliebten Karosserieversionen Double Cab auf maximal 3.500 kg. Beim Hilux gilt dies sowohl für die Basismotorisierung 2.4 D-4D als auch für den stärkeren 2.8 D-4D. Diese höchstmögliche Kapazität behält zudem auch die neuere Version 2.8 D-Mildhybrid ohne Einschränkungen bei. Eine verringerte Anhängelast tritt bei Toyota vor allem bei spezifischen Arbeitsvarianten Single Cab auf, wo sie bei einigen Ausführungen auf 2.800 kg sinkt.
Auf der anderen Seite bot der Volkswagen Amarok der ersten Generation, der häufig mit dem 3.0 V6 TDI Motor gesucht wird, eine Anhängelast im Bereich von 3.000 bis 3.500 kg, je nach konkreter Ausstattung und Fahrwerksmodifikation. Die zweite Generation des Amarok (verfügbar ab 2023) hat diese Werte vereinheitlicht: Die Basisversion 2.0 TDI SCR (125 kW) schafft 3.450 kg, während alle stärkeren Versionen sowie der Top-Sechszylinder bereits die vollen 3.500 kg ziehen. Der ungebremste Anhänger fällt bei beiden Fahrzeugen unter das standardmäßige europäische Limit von 750 kg.
In der Praxis kann der auf den ersten Blick geringfügige Unterschied von 500 kg bei älteren Amaroks eine entscheidende Rolle spielen. Diese fünfhundert Kilogramm stellen genau den fehlenden Spielraum für den Transport schwererer Baumaschinen, voluminöser Pferdetransporter oder Premium-Wohnwagen dar. Der Wert von 3.500 kg ist absolut ausreichend für den Wochenendurlaub mit dem größten Boot sowie für den täglichen Einsatz auf dem Bauernhof oder der Baustelle.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beide Modelle in Bezug auf die Zugkraft erstklassige Fähigkeiten bieten. Beim Kauf auf dem Gebrauchtwagenmarkt muss ein Interessent für einen Volkswagen Amarok der ersten Generation jedoch sorgfältig den Fahrzeugschein des jeweiligen Wagens prüfen. Nicht jedes Exemplar erreicht nämlich automatisch die magische Grenze von 3,5 Tonnen, die der moderne Hilux und der Amarok der 2. Generation in ihrer Klasse praktisch als Standard anbieten.