Die richtige Motorwahl bei einem gebrauchten Pickup ist absolut entscheidend für die langfristige Zufriedenheit; die folgenden Empfehlungen basieren daher auf realen Erfahrungen von Besitzern, Bewertungen der mechanischen Zuverlässigkeit, dem tatsächlichen Kraftstoffverbrauch sowie der Gesamtdynamik. Beide asiatischen Rivalen sind klassische Vertreter der harten Schule der Arbeitsgeländewagen, die jedoch in den letzten Jahren einen weiten Weg in Richtung Alltagskomfort und Benutzerfreundlichkeit zurückgelegt haben. Bei der Auswahl eines etwa vier Jahre alten Gebrauchten (Baujahre um 2020 bis 2022) stehen Sie vor einem interessanten Dilemma: Während Mitsubishi im Rahmen des letzten großen Facelifts auf ein völlig neues, auf Kraftstoffersparnis und Emissionsgrenzwerte ausgerichtetes Aggregat setzte, hat Nissan bei seiner Generation D231 einen starken Dieselmotor mit zwei Turboladern zur Perfektion gebracht. Auch die Fahrwerke dieser Konkurrenten unterscheiden sich deutlich. Der Navara punktet in der Double Cab-Spezifikation mit einer fortschrittlicheren Mehrlenker-Hinterachse mit Schraubenfedern, die ein überraschend kultiviertes und „Pkw-ähnliches“ Fahrverhalten ermöglicht. Der Mitsubishi L200 hingegen hält an den klassischen hinteren Blattfedern fest, was auf der Straße etwas an Geschmeidigkeit einbüßt, dies aber durch Unverwüstlichkeit unter harten Arbeitsbedingungen wettmacht.
Für den Mitsubishi L200 empfehlen wir: 2.2 DI-D (110 kW / 150 PS)
Für gebrauchte Mitsubishi L200 Modelle der Jahre 2019 bis 2022 (in Datenbanken oft als 3. Generation, faktisch als Series 6 bezeichnet) ist der 2.2 DI-D Diesel-Vierzylinder die einzige verfügbare, dafür aber eine sehr rationale Wahl. Obwohl er auf dem Papier etwas weniger Leistung hat als die vorherige Motorisierung 2.4 DI-D, lassen Sie sich nicht täuschen. Das solide Drehmoment von 400 Nm ist so abgestimmt, dass die maximale Kraft bereits bei niedrigen Drehzahlen anliegt, was dem Wagen die nötige Elastizität beim Ziehen schwerer Lasten verleiht. Der Motor erfüllt die strengsten Euro 6d-Normen mithilfe eines AdBlue-Systems und überzeugt im realen Mischbetrieb mit einem sehr soliden Verbrauch zwischen 8 und 9 Litern Diesel auf 100 km. Eine wesentliche Verbesserung dieses Jahrgangs ist der Einsatz eines modernen Sechsgang-Automatikgetriebes, das in puncto Sanftheit und Geschwindigkeit den älteren Fünfgang-Automaten deutlich übertrifft. In Kombination mit dem anspruchsvollen und absolut konkurrenzlosen Allradsystem Super Select II, das sicheres Fahren mit Allradantrieb auch auf trockenem Asphalt ermöglicht, erhalten Sie eine ultimative Arbeitsmaschine mit einer maximal zulässigen Anhängelast von 3,5 Tonnen. Die gebrauchten 2.2 DI-D Modelle stammen aus dem Ende der L200-Produktion vor dem Verkaufsstopp der Marke in Europa; es handelt sich also um die modernsten Exemplare, die auf dem Markt zu finden sind.
Hinsichtlich der Gesamtlebensdauer stellt das Aggregat ein robustes und zuverlässiges Stück Technik dar, weist jedoch klare Wartungsspezifika auf, auf die beim Kauf geachtet werden sollte.
- Verstopfter Kraftstofffilter: Der 2.2 DI-D Vierzylinder reagiert empfindlich auf die Kraftstoffqualität. Überprüfen Sie das Serviceheft, ob der Besitzer den Kraftstofffilter regelmäßig (etwa alle 30 bis 40 Tausend Kilometer) gewechselt hat. Wenn der Motor bei starker Beschleunigung zögert, ruckelt oder ein Leistungsverlust auftritt, ist meist ein verstopfter Filter schuld, der das Einspritzsystem blockiert. Das Tanken von additiviertem Diesel wird hier dringend empfohlen.
- Zylinderkopfdichtung: Achten Sie vor dem Kauf auf einen süßlichen Geruch von Kühlflüssigkeit nach dem Aufwärmen des Motors oder einen Flüssigkeitsverlust im Ausgleichsbehälter. Obwohl dies kein Massenproblem ist, kann eine vernachlässigte Kühlung oder vorheriges Überhitzen zu Undichtigkeiten und zur allmählichen Zerstörung der Zylinderkopfdichtung führen.
- Stadtbetrieb: Wie anderen modernen Dieseln bekommt auch diesem der häufige Kurzstreckenbetrieb in der Stadt nicht gut, da der Partikelfilter (DPF) keine Gelegenheit zum Freibrennen hat.
Diese Motorisierung ist wie geschaffen für Bauleiter, Förster oder diejenigen, die täglich ein aufopferungsvolles Arbeitstier benötigen und bereit sind, ein Stück Autobahnruhe gegen mechanische Widerstandsfähigkeit und exzellente Offroad-Fähigkeiten einzutauschen.
Für den Nissan Navara empfehlen wir: 2.3 dCi Bi-Turbo (140 kW / 190 PS)
Beim Nissan Navara der Generation D231 (in Europa bis 2022 produziert) lohnt es sich definitiv, nach der stärkeren Variante des 2.3 dCi Diesel-Vierzylinders mit zwei Turboladern zu suchen. Die Parameter von 140 kW und ein massives Drehmoment von 450 Nm machen den Navara zu einem der dynamischsten und benutzerfreundlichsten Pickups seiner Zeit. Dank der zwei Turbos funktioniert die sequentielle Aufladung hervorragend – der kleinere Turbo reagiert schnell aus dem Stand und eliminiert das „Turboloch“, während der größere im mittleren Bereich für maximalen Durchzug übernimmt. Zusammen mit der optionalen Siebengang-Automatik versteht es der Motor glänzend, das Gewicht des leeren Fahrzeugs zu kaschieren, und selbst eine voll beladene Maschine mit einem 3,5-Tonnen-Anhänger kommt nicht außer Puste. Bei vernünftiger Fahrweise ist es dabei kein Problem, den Verbrauch auf Langstrecken knapp über der 8-Liter-Marke zu halten. Auf der Straße ergibt sich zudem eine hervorragende Synergie mit dem Fahrwerk. Dank der einzigartigen Installation von Schraubenfedern an der Hinterachse bewältigt der Navara holprige Landstraßen wesentlich souveräner als der springfreudige L200, wodurch er sich im Fahrverhalten von der Kategorie der Transporter entfernt und großen SUVs annähert. Da auch dieses Modell auf unserem Markt bereits ausgelaufen ist, stellen gut erhaltene Gebrauchte im Alter von etwa vier Jahren einen lukrativen Kauf dar.
Bei der Suche nach einem passenden Exemplar mit dem 2.3 dCi Motor stoßen Sie jedoch auch auf typische Schwachstellen, die bei unsachgemäßem Service das Budget belasten können.
- Steuerkette und Kettenspanner: Bitten Sie bei der Probefahrt darum, den Motor im völlig kalten Zustand zu hören. Jedes deutlich rasselnde, klickende oder metallisch klappernde Geräusch aus dem Motorraum kann auf lockere Kettenspanner oder eine gelängte Steuerkette hindeuten. Dies ist eine Schwachstelle, die bei Ignorieren zur Zerstörung des gesamten Aggregats führt.
- Defekte am Getriebeölkühler: Wenn Sie ein Modell mit der 7-Gang-Automatik wählen, prüfen Sie die Farbe der Kühlflüssigkeit. Gelegentlich kommt es vor, dass der integrierte Kühler des Getriebekreislaufs reißt, wodurch Motorkühlmittel in das Getriebeöl gelangt. Wenn das Auto beim Einlegen des Rückwärtsgangs zögert oder unsauber schaltet, suchen Sie lieber nach einem anderen Exemplar.
- Belastung der Kupplung bei Schaltgetrieben: Einige Fahrer empfinden die Standardkupplung beim Schaltgetriebe angesichts der hohen Zugkraft als etwas unterdimensioniert. Wenn Sie wissen, dass Sie täglich mit Baumaschinen rückwärts bergauf fahren müssen, ist die Automatik mit hydrodynamischem Wandler die vernünftigere und sanftere Wahl.
Die Variante 2.3 dCi Bi-Turbo ist daher absolut ideal für Unternehmer, die ein Familienauto und einen Firmen-Pickup in einem suchen. Er eignet sich eher für Autobahnetappen und regelmäßige Langstreckenfahrten, wo Sie seine hohe Leistung, den akustischen Komfort in der Kabine und die Geschmeidigkeit des innovativen Fahrwerks voll zu schätzen wissen.