Die Wahl des richtigen Motors ist entscheidend für die langfristige Zufriedenheit mit dem Fahrzeug, da sie die Fahrdynamik, den realen Kraftstoffverbrauch und die Wartungskosten direkt beeinflusst. Während der Jaguar E-Pace auf britische Motoren aus der Ingenium-Familie setzt, die für die schwerere Karosserie ein massives Drehmoment bieten und nach dem Facelift eine effiziente Mild-Hybrid-Technologie erhielten, profitiert der Mercedes-Benz GLB von hochkultivierten Antriebseinheiten mit hervorragender Abstimmung auf die Doppelkupplungsgetriebe. Interessant ist, dass, obwohl beide Autos primär quer eingebaute Zweiliter-Motoren nutzen, der Jaguar aufgrund seines höheren Leergewichts viel höhere Anforderungen an die Rohkraft bei niedrigen Drehzahlen stellt, während sich der kastenförmigere, (optional) siebensitzige GLB eher auf eine lineare Leistungsabgabe konzentriert. Unsere empfohlenen Motorisierungen zielen primär auf etwa vier Jahre alte Gebrauchtwagen ab, die einen idealen Restwert mit solider mechanischer Zuverlässigkeit kombinieren.
Für den Jaguar E-Pace empfehlen wir: 2.0D D200 AWD (150 kW)
Für ein schwereres und robusteres SUV, wie es der E-Pace zweifellos ist, stellt der Ingenium D200 Diesel-Vierzylinder mit 150 kW (204 PS) einen absolut idealen Kompromiss zwischen flüssiger Dynamik und vernünftigem Verbrauch dar. In Verbindung mit Allradantrieb (AWD) und dem Neungang-Automatikgetriebe bietet er ein großzügiges Drehmoment von 430 Nm, das für sicheres Überholen und Fahrten mit beladenem Fahrzeug unerlässlich ist. Laut den verfügbaren Daten aus unserer Datenbank erschien diese Motorisierung Anfang 2021 und ersetzte direkt die frühere Version D180 (deren Produktion 2020 endgültig endete). Die neuere D200-Einheit ist daher auf dem Markt für etwa vier Jahre alte Gebrauchtwagen weit verbreitet und profitiert von der Mild-Hybrid-Technologie (MHEV), die den Betrieb des Start-Stopp-Systems deutlich verfeinert. In Bezug auf die Zuverlässigkeit haben die nach 2020 hergestellten Ingenium-Motoren die schlimmsten Probleme mit schnellem Verschleiß der Steuerketten bereits abgelegt, man sollte jedoch bedenken, dass es sich um einen vollwertigen Diesel handelt, der eher für Langstreckenfahrer geeignet ist. Er eignet sich nicht für kurze Stadtfahrten.
- Worauf Sie achten sollten: Überprüfen Sie beim Kauf sorgfältig die Servicehistorie und suchen Sie nach Fahrzeugen mit einem auf vorzugsweise 15.000 km verkürzten Ölwechselintervall. Stadtverkehr verursacht bei diesen Motoren eine übermäßige Ölverdünnung durch Diesel, was sich in einem gefährlichen Anstieg des Ölstands weit über die Maximum-Markierung äußert. Lassen Sie bei einem Gebrauchtwagen zudem per Diagnose den Zustand der Partikelfilter-Beladung (DPF) prüfen – das rechtzeitige Erkennen eines verstopften Filters bewahrt Sie vor einem sehr kostspieligen Werkstattaufenthalt.
Für den Mercedes-Benz GLB empfehlen wir: GLB 250 4MATIC (165 kW)
Obwohl in Europa bei mittelgroßen Familien-SUVs oft Dieselmotoren die Hauptrolle spielen, ist der GLB 250 4MATIC Benzin-Vierzylinder mit 165 kW (224 PS) unter dem Gesichtspunkt der langfristigen mechanischen Widerstandsfähigkeit und absoluten Vielseitigkeit ein hervorragender Tipp. Die Basis-Ausstattungsvarianten der Motorisierung GLB 250 4MATIC endeten laut unserer Datenbank zwar im Mai 2023, das Aggregat taucht jedoch auf dem Markt kontinuierlich weiter auch bei neueren Fahrzeugen durch spezifische Linien wie AMG Line oder Progressive bis heute auf. Dieser Zweiliter-Benziner verleiht dem Wagen eine hervorragende Dynamik mit einer Beschleunigung von null auf hundert in weniger als 7 Sekunden und harmoniert ausgezeichnet mit dem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe 8G-DCT. Im Gegensatz zu den Diesel-Alternativen leidet er bei Fahrten zur städtischen Schule und auf Kurzstrecken nicht unter teuren Emissionsproblemen mit AdBlue oder DPF-Verstopfung. Der reale Verbrauch liegt bei etwa 8 bis 9 Litern, was in Anbetracht der schlechteren Aerodynamik der Karosserie ein sehr solides Ergebnis ist, erkauft durch absolute Laufruhe und Geschmeidigkeit.
- Worauf Sie achten sollten: Der wichtigste Punkt bei der Überprüfung eines Gebrauchtwagens ist die Einhaltung der Serviceintervalle des Antriebsstrangs. Das 8G-DCT-Getriebe und das Allradsystem 4MATIC erfordern einen unbedingten Ölwechsel spätestens bei 60.000 km. Ob der Vorbesitzer diesen Service nicht vernachlässigt hat, stellen Sie am besten bei einer Probefahrt fest – jegliches Zögern und Ruckeln beim Anfahren aus dem Stand oder harte Schläge beim Schalten unter Last signalisieren deutlich verschlissene Kupplungen oder ein verschmutztes Mechatronik-Modul, was sich bald in Form teurer Investitionen bemerkbar machen würde.