Die Wahl des richtigen Elektromotors und der Batteriekapazität ist entscheidend für die langfristige Zufriedenheit, da sie die reale Reichweite, die Dynamik und die an Ladestationen verbrachte Zeit direkt beeinflusst. Beim Vergleich von etwa vier Jahre alten Gebrauchtwagen aus den Jahren 2021 und 2022 stoßen wir auf grundlegende generationelle und technologische Unterschiede. Während der Volkswagen ID.4 auf die bewährte und etwas konservativere 400V-MEB-Plattform setzt, die für einen reibungslosen und effizienten Alltagsbetrieb optimiert ist, trat der Hyundai IONIQ 5 als visionärer Vorreiter auf den Markt. Seine revolutionäre 800V-Architektur ermöglicht an Ultraschnellladestationen Leistungen, die die deutsche Konkurrenz aus diesen Jahren schlichtweg nicht erreicht. Unsere untenstehenden Empfehlungen basieren auf einer detaillierten Bewertung von Leistung, Alltagstauglichkeit und mechanischer Zuverlässigkeit aus der Praxis.
Für den Hyundai IONIQ 5 empfehlen wir: 72,6 kWh 2WD, 160 kW
Für Fahrzeuge aus der frühen Produktion ist die Version mit Hinterradantrieb und einer Leistung von 160 kW (217 PS) der eindeutige „Sweet Spot“ des Angebots. Den verfügbaren Daten zufolge wurde die Variante mit dieser 72,6-kWh-Batterie nur relativ kurz produziert, nämlich nur im Zeitraum von 2021 bis 2022, bevor der Hersteller sie durch einen geringfügig größeren Akku ersetzte. Dies macht sie heute zu einer sehr attraktiven und zeitlich begrenzten Gelegenheit auf dem Gebrauchtwagenmarkt, die Sie in den Anzeigen definitiv nicht übersehen sollten. Diese Spezifikation bietet einen völlig gleichmäßigen, zügigen Durchzug und profitiert durch den Verzicht auf den schweren vorderen Elektromotor von einem niedrigeren Energieverbrauch sowie einem größeren vorderen Kofferraum (Frunk), der sich hervorragend zur Aufbewahrung der Ladekabel eignet. Der größte Trumpf für Langstreckenreisende bleibt natürlich die Möglichkeit, in beeindruckenden 18 Minuten von 10 auf 80 % aufzuladen. Beim Kauf eines Gebrauchtwagens dieser ersten Generation ist es jedoch unerlässlich, die Servicehistorie gründlich zu prüfen, insbesondere den rechtzeitigen Austausch des sogenannten niedrigleitfähigen Kühlmittels der Batterie (low-conductivity coolant). Diese spezielle Flüssigkeit isoliert das Batteriesystem und verhindert das Risiko eines Kurzschlusses, unterliegt jedoch der Alterung. Ihr periodischer Austausch, der in der Regel bei einer Laufleistung von etwa 60.000 km vorgeschrieben ist, gehört zu den teureren Wartungsarbeiten. Eine Vernachlässigung kann allmählich zu Fehlermeldungen des Batteriemanagements oder sogar zu einer Einschränkung der Ladeleistung führen; seien Sie also wachsam und bitten Sie den Verkäufer immer um Rechnungen, die bestätigen, dass die Wartung dieses kritischen Punktes rechtzeitig durchgeführt wurde.
Für den Volkswagen ID.4 empfehlen wir: Pro Performance (77 kWh) 2WD, 150 kW
Die vernünftigste und universellste Wahl für einen gebrauchten ID.4 als Familienwagen ist eindeutig die Motorisierung Pro Performance mit der größeren 77-kWh-Batterie und dem hinteren Elektromotor mit einer Leistung von 150 kW (204 PS). Diese Version, die aus den ersten Produktionsjahren stammt und den Markt als Modelle der Jahre 2021 bis 2023 dominiert, stellt die ideale Eintrittskarte in die Welt des Reisens dar, ohne ständige Sorge um die verbleibenden Reichweitenprozente. Den schwächeren 52-kWh-Versionen fehlt für ein so massives und schweres SUV oft die Autobahntauglichkeit, weshalb man sie beim Kauf lieber meiden sollte. Die Leistung von 150 kW harmoniert hingegen hervorragend mit der komfortablen, leisen Abstimmung des Fahrzeugs und bewältigt sicheres Überholen auch dann problemlos, wenn das Auto voll beladen ist. Das Hauptrisiko beim Kauf eines gebrauchten ID.4 aus der Anfangszeit liegt jedoch nicht im Elektroantrieb, sondern in der Software. Die ersten Modelle litten unter langsamen, ruckelnden Infotainment-Systemen mit häufigen Verbindungsabbrüchen; lassen Sie sich daher bei der Probefahrt das Menü mit den Systeminformationen anzeigen und meiden Sie Exemplare, die nicht mindestens das Update auf Version 3.0 installiert haben (welches die Probleme deutlich stabilisierte). Was mechanische Tücken betrifft, sollten Sie sich bei der Probefahrt auf die hinteren Trommelbremsen konzentrieren. Aufgrund der üblicherweise starken Nutzung der stufenlosen Motorrekuperation werden die klassischen Bremsen bei den meisten ruhigen Fahrern nur absolut minimal genutzt, was bei älteren Fahrzeugen zu spürbarer Oberflächenkorrosion an den Trommeln führen kann. Ein eventuelles Problem lässt sich am einfachsten feststellen, indem Sie auf einem sicheren und übersichtlichen Abschnitt versuchen, aus höherer Geschwindigkeit kräftiger mechanisch mit dem Bremspedal zu bremsen – wenn Sie ein deutliches, tiefes Schleifen oder ein metallisches Brummen von der Hinterachse hören, müssen Sie nach dem Kauf in die Reinigung oder gar den kompletten Austausch dieser Komponenten investieren.